Auf dem weißen T-Shirt oder den weißen Handtüchern sind leicht graue Flecken, die absolut nicht weichen wollen? – Dann könnte es sich um Polyquaternium handeln. Auch ich als kleiner Chemienerd stand erst mal da mit:
Ähhh poly-was?
Polyquaternium ist Ammoniakderivat bei dem alle 4 Verbindungen des Ammoniakions mit organischen Resten ersetzt wurden. Durch die leichte Elektronenverschiebung innerhalb des Moleküls ist das Stickstoffatom positiv geladen.
Diese positive Ladung sorgt für die erwünschten Eigenschaften wie die Beeinflussung der Oberflächenspannung bzw. eine bessere Benetzung und sorgt bei den Seifenblasen für stabilere und längere haltende Seifenblasen. Eine weitere Eigenschaft dieser positiven Ladung ist, dass sie ein wahrer Schmutzmagnet ist. Das heißt, gelangt die Flüssigkeit auf Textilien bleibt sie dort und zieht den Schmutz an. Der Schmutz ist dann als graue Flecken sichtbar.
Auch professionelle Reinigungen und Wäschereien können hier keine Abhilfe schaffen: „Eine Entfernung der Flecken, ohne die Textilien merklich zu schädigen, ist nach derzeitigem Stand der Technik nicht möglich.“1
Mein Opa wusste für solche Fälle die perfekte Antwort „mit der Fleckenschere“. 😉 Auf gut deutsch heißt das das Gleiche! Hat man die Flecken erst mal auf der Wäsche hilft eigentlich nichts mehr außer wegwerfen und neu kaufen.
Woher kommen diese komischen grauen Flecken?
Häufige Übeltäter sind billige Seifenblasenflüssigkeit oder bestimmte Duschgels und Shampoos. Diese nutzen Polyquaternium um die Oberflächenspannung zu manipulieren. Die Seifenblasen werden haltbarer und das Duschgel entfernt den Schmutz besser.
Wie kann man die Flecken von Anfang an vermeiden?
- Pflegeprodukte sorgfältig auswählen und nicht mit dem Handtuch aufwischen sondern lieber Papierhandtücher verwenden
- Bei Seifenblasen sehr gut hinsehen: Als Seifenblasenkünstlerin bin ich schon öfters Seifenlauge begegnet, die mit diesen Stoffen vermischt war. Wo sollte man also besonders gut aufpassen?
- Bei sehr günstigem Seifenblasenspielzeug aus Asien. Diese Spielsachen gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen, als Seifenblasenpistole, Seifenblasenmaschine, einfach Seifenblasen zum Pusten, etc. Meine Tochter hat sich im Kita-Alter etliche T-Shirts mit dieser Seifenlauge versaut.
- Bei günstiger Seifenlauge zum Nachfüllen
- Bei kleinen Seifenblasenmitgebsel, die auch gerne für Hochzeiten genutzt werden. Bevor man die Seifenblasen wild auf die Braut lospustet, sollte man vorher mal einen Test machen ob die Seifenblasenflüssigkeit wirklich unbedenklich für das Brautkleid ist. Wenn nicht, dann hat der Spaß ein Loch oder eben das Brautkleid nachdem es mit der Fleckenschere behandelt worden ist.
Wie testet man die Seifenblasenflüssigkeit?
Eigentlich ganz einfach: Man nimmt ein altes weißes Stück Stoff und gießt ein wenig Seifenblasenflüssigkeit darauf. Dann kommt dieses Stück Stoff mit anderen alten und dreckigen Textilen in die Waschmaschine und wird einmal gewaschen, z.B. zusammen mit Putzlappen oder ähnlichem. Bleibt es weiß, sieht es gut aus. Ist es verfärbt, sollte man lieber eine andere Seifenblasenflüssigkeit nehmen.
Achtung: Ist ein Stück Stoff mit Polyquaternium kontaminiert, sollte es nicht mit anderer Wäsche zusammen gewaschen werden, da sich der Grauschleier auch auf die andere Wäsche übertragen kann. Deshalb meine Empfehlung: Beim Testen wirklich nur mit alter Wäsche zusammen waschen, so dass keine unerwünschten Nebeneffekte entstehen.
Ich mische meine Seifenblasenflüssigkeit für meine Shows grundsätzlich selbst. Meine Seifenlauge kommt ohne Polyquaternium aus und produziert stabile und wunderschön schillernde Seifenblasen. Die einfachste Seifenblasenlösung für den Hausgebrauch besteht aus Spüli/Duschgel und Wasser. Viel Spaß beim Ausprobieren!
- https://chemieag.ch/wp-content/uploads/2025/05/Flecken-durch-Polyquaternium-in-Pflegeprodukten.pdf ↩︎
